10 Tipps für sicheres Haitauchen

5. Nicht in der Dämmerung tauchen – trübe Sicht in haireichen Gewässern meiden

Viele Haiarten gehen im Schutz der Dämmerung auf Streifzüge. Die schlechten Sichtverhältnisse verschaffen ihnen einen entscheidenden Vorteil bei der Jagd: Sie können unsichtbar bleiben bis kurz vor dem Angriff und unauffällig auf den geeigneten Moment lauern.

Das gleiche gilt für zahlreiche Haiarten, die bevorzugt in trüben Gewässern jagen. Ihre angepassten Sinne verschaffen ihnen gegenüber ihren Beutetieren einen enormen Vorteil. Auch bei schlechter Sicht sehen sie noch hervorragend, zudem riechen sie ihre Beute über weite Distanzen und nehmen über das Seitenlinienorgan Veränderungen der Druckverhältnisse im umgebenden Medium Wasser wahr, die ihnen bei der Ortung ihrer Beute helfen.

Von den ausgefeilten Elektrosensoren im Kopfbereich ganz zu schweigen: Die sogenannten lorenzinischen Ampullen bilden ein Organ, mit dessen Hilfe Haie die elektrischen Impulse der Nervenbahnen von Fischen und Säugetieren wahrnehmen können.

 

6. Dunkle Farben tragen, blinkende Gegenstände wie Schmuck vermeiden

Haie reagieren auf starke Kontraste. Zwar geht die Wissenschaft davon aus, dass die meisten Haie farbenblind sind. Doch reagieren sie auf starke Kontraste. Auch blinkende Gegenstände wie Schmuck und metallene Ausrüstungsteile ziehen die Aufmerksamkeit der Haie auf sich. Das Blinken, so vermutet man, kann ein Hai mit schwimmenden Fischschuppen verwechseln. Für den Hai sind im Wasser treibende Schuppen ein sicherer Hinweis auf einen verletzten Fisch.

 

7. Haie nicht bedrängen

Eine Regel, die eigentlich selbstverständlich ist, doch immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Taucher Haie allzu aufdringlich anschwimmen. Die Tiere können das menschliche Verhalten als mögliche Bedrohung missverstehen und natürliche Abwehrreaktionen zeigen.

Auch bei Haien, die sich in Höhlensystem aufhalten, ist Vorsicht angebracht. Auch ein vermeintlich harmloser Hai kann leicht in Angriffslaune verfallen, sieht er sich bedroht.

 

8. Fotografen und Videografen

Wie schon im Vorfeld angesprochen: Der Hai verfügt über eine hoch entwickelte Sensorik, die mitunter elektrische Spannungen wahrnehmen kann. Taucher, die wie Fotografen und Videografen stromführende Ausrüstung mit sich tragen, sind prädestiniert, die Aufmerksamkeit von Haien auf sich zu ziehen.

Nicht selten gehen die Haie dann auf Tuchfühlung mit Kamera- und Blitzgehäusen. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und im Zweifelsfall alle elektronischen Geräte abzuschalten. Die nächste Gelegenheit für die optimale Aufnahme kommt garantiert und die eigene Unversehrtheit sowie die des teuren Kameraequipments ist wichtiger als jede noch so gelungene Aufnahme.

 

9. Haitauchgang möglichst am Riff beenden

Wenn es sich ermöglicht, solltest Du den Tauchgang immer mit dem Rücken zum schützenden Riff beenden. Es ist einfacher, das Umfeld im Auge zu behalten, wenn Du rücklings von einer Riffwand geschützt bist. Im Freiwasser ist es schon schwer genug, die Orientierung zu wahren – geschweige denn einen Hai frühzeitig zu erkennen.

 

10. Im Zweifelsfall abbrechen

In allen Fällen geht Deine eigene Sicherheit vor. Fühlst Du Dich in einer bestimmten Situation nicht wohl, darfst Du Dich über Gruppenzwänge und eigene Scham getrost hinwegsetzen: Unbehagen beim Tauchen ist nie ein guter Berater und noch weniger bei anspruchsvollen und aufregenden Tauchgängen wie Haitauchgängen. Das Signal für den Abbruch des Tauchganges sollte jeder beherrschen – und verantwortungsbewusst wie wir alle beim Tauchen sind, machst auch Du gegebenenfalls Deinem Buddy als auch dem Guide mittels gekreuzter Arme unmissverständlich klar, dass Du den Tauchgang abbrechen möchtest.

Safety first, Sicherheit vor allem anderen!

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