Unterwasserfotografie: Will ich das?

Taucher sehen Einmaliges, was Menschen, die dem Unterwassersport nicht frönen, verwehrt bleibt. Verständlich ist der Wunsch vieler Taucher, ihre Erfahrungen unter Wasser zu teilen.

Dass sich dabei moderner Ausrüstung zu Dokumentationszwecken bedient wird, ist dabei ebenso naheliegend wie pragmatisch: Bilder sagen mehr als Worte und so landet die Kamera für den Tauchurlaub im passenden UW-Gehäuse.

Überrascht stellt der Taucher dann beim Tauchgang mit Kamera fest, wie fordernd das Handhaben der Kamera unter Wasser tatsächlich ist. Was mitunter an Land bereits eine Herausforderung darstellt, potenziert sich im ungewohnten Medium Wasser um ein Vielfaches.

Wo Tauchgangsplanung, Tarierung sowie ständiges Überwachen der Luftreserven schon fordernd genug sind, kommt bei UW-Fotografen noch sperriges Equipment hinzu, das unter den widrigen Umständen noch bedient werden will.

Wer verhindern will, dass Korallen Schaden nehmen und dabei auch noch eine ruhige Hand am Auslöser haben will, muss ein Meister der Tarierung sein. Wer einmal ein Motiv erfasst hat, der wird zahlreiche Anläufe benötigen, um das Objekt der Begierde optimal abzulichten.

Dass die Natur dabei keinen Schaden nehmen sollte, ist Ehrensache. Schimpf und Schande über den, der beim Fotografieren den Schaden an der Natur billigend in Kauf nimmt und Flossen in die Korallen stemmt, um Hand und Kamera zu stabilisieren.


Im schlimmsten Fall hat der Taucher zu allem Übel auch noch mit Strömung zu kämpfen, was angesichts des erhöhten Strömungswiderstandes und des Gewichts des Kameraequipments zu einer zusätzlichen Belastung führt.

Umso wichtiger ist es dann, sein Finimeter gut im Blick zu haben, denn die unübliche Anstrengung geht zumeist auf Kosten der Atemluft. Schon manch ambitionierter UW-Fotograf musste vorzeitig wegen Luftmangel den Tauchgang beenden.

Wir haben ein paar grundlegende Fragestellungen für Dich zusammengestellt, denen Du Dich generell unterziehen solltest.

Willst Du das wirklich?

Prinzipiell empfehlen wir jedem Taucher, gründlich abzuwägen, ob sie/er sich mit kleinem oder möglicherweise sogar großem Kameraequipment belasten möchte. Wir haben oft selbst ernannte Profis erlebt, die nach dem Tauchurlaub völlig entnervt ihr kürzlich erworbenes Kamerasystem auf ebay & Co. verschleudert haben.

Tipp: Viele Tauchbasen verleihen inzwischen auch Kameraausrüstung im Tauchgebiet und da empfiehlt es sich mal, einen Probetauchgang mit Kamera durchzuführen.

Bist Du fit genug?

Wie schon eingangs erwähnt: Das zusätzliche Equipment muss gestemmt werden. Insbesondere bei schwierigen Tauchgängen kann das Mitführen von Tauchausrüstung äußerst schwierig und anspruchsvoll sein. Manchmal ist es besser, die Kameraausrüstung an Bord zu lassen, beispielsweise bei starker Strömung.
Grundsätzlich solltest Du als ambitionierter UW-Fotograf über deutlich mehr Fitnessreserven verfügen als der Normaltaucher. Tarieren, Ausrichten sowie das Bedienen der Kamera unter Wasser fordern einiges ab, was mitunter direkt Deine eigene Kondition betrifft und den Luftverbrauch deutlich erhöht.

Tarierung sitzt?

Eine perfekte Tarierung ist das wichtigste Rüstzeug, das Du als angehender Unterwasserfotograf mitbringen solltest. Wenn Du nicht sauber tarierst, tu Dir und Deiner Umwelt den Gefallen und verbessere Deine Fähigkeiten. Üben, üben, üben… und wenn Du Dich sicher fühlst mit der Tarierung, dann wirst Du auch die Ruhe und Muße für ein perfektes Foto finden. Wenn Du im Urlaub perfekt vorbereitet sein willst, kannst Du bereits im Vorfeld in einer vertrauten Umgebung üben.

Beherrsche Deine Ausrüstung

Ganz klar: Wer über Wasser schon Probleme hat, seine Kamera zu bedienen, der unter Wasser noch mehr Probleme mit der Handhabung des Gerätes haben. Hast Du Deine Kamera im Griff und weißt die wichtigsten Funktionen schnell zu finden und Einstellungen schnell vorzunehmen? Prüfe Dich selbst und über auch die Einstellungen nochmal vor dem Tauchgang. Nicht vergessen: Lebendige Motive sind oftmals „ungeduldig“

Ist Dein Buddy ok?

Wer sich intensiv mit Blitzeinstellungen, Blendeneinstellung, ISO-Werten und Belichtungszeit unter Wasser beschäftigt, verliert allzu schnell den Buddy aus den Augen. Dies stellt nicht nur die Geduld des eigenen Buddys sondern auch möglicherweise auch eine langwierige Freundschaft auf die Probe.
Kläre mit Deinem Buddy ab, ob das für ihn ok ist, wenn es mal an einem Motiv länger dauert und stimme Dich vor dem Tauchgang mit Deinem Buddy ab.´

Fazit: Wichtiger als das beste Fotomotiv ist die Unversehrtheit der eigenen Gesundheit und der des Buddys. Kein noch so beeindruckender Großfisch in der Strömung ist es wert, abgetrieben zu werden oder das eigene Leben zu riskieren.

Und nicht vergessen: Es ist ein Hobby, das Spaß machen sollte.

 

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