Tauchsafari im Sudan

Ankunft Port Sudan 01.15 Uhr

Der Abflug hat sich aus unersichtlichen Gründen doch noch ein wenig verspätet - oder vielleicht haben wir die Durchsage der Crew auch nicht richtig verstanden. Nach ruhigem Flug sind wir nun endlich am Ziel unserer Reise - noch nicht ganz, aber wenige Minuten Fahrtzeit trennen uns noch von unserem Safariboot, der unter italienischer Leitung stehende Sherazade.

Aus den erhofften wenigen Minuten werden dann doch vielevieleviele.... Die Grenzkontrollen waren geradezu schikanös. Alle Gepäckstücke wurden geöffnet und durchsucht (im Nachhinein frage ich mich, wie die Italiener an Bord Mortadella, Wildschweinschinken und andere Spezialitäten ins Land schmuggeln konnten).

Mit Argwohn und offener Ablehnung werden wir inklusive unserer Gepäckstücke beäugt und unter die Lupe genommen. Die Grenzbeamten vermitteln eher den Eindruck, Besucher bereits bei der Einreise abschrecken zu wollen...

Wie ich später erfahre, erhält jedes für unbedenklich gehaltene Gepäckstück eine Gepäckmarke aufgeklebt, die am Ausgang der Kontrollstation wahre Wunder bewirkt - oder eben keine, wenn man sie vergisst, sie sich auf den Koffer und auf das Tauchgepäck kleben zu lassen.

Soweit, so gut... ich glaube, die interessierten Leser unter euch haben schnell erraten, dass meine Wenigkeit natürlich NICHT darauf geachtet hat, sich die Märkchen verpassen zu lassen. Und als ich schon freudestrahlend nach überstandener langwieriger Gepäckkontrolle erschöpft aber glücklich zum Ausgang stolziere, bremst der dort postierte Grenzbeamte nicht nur meine Euphorie sondern auch mich physisch ab und bedeutet mir über alle Sprachbarrieren hinweg, dass ohne besagte Märkchen "no passing" möglich ist.

Die versteinerte Miene des Beamten erstickt meine Hoffnung auf Nachsicht im Keim und ich stelle mich in der noch immer bestehenden Schlange der Einreisenden erneut an, um ein zweites Mal an der Gepäckkontrolle vorbei zu können.

Nach einer Viertelstunde stehe ich ein weiteres Mal vor dem Beamten, der mich mit genervtem Blick durchwinkt. Mir egal, Hauptsache ich bin da. Ich sehe meinen Buddy und gehe gerade in seine Richtung, als mich unser örtlicher Reiseleiter empfängt.

Uwe heißt er und macht einen netten Eindruck. Wirkt aber insgesamt ein wenig hektisch und gestresst.

Später wird er uns sagen, dass er immer 3 Kreuze macht, sofern seine Reiseteilnehmer durch die Zollformalitäten "durch" sind - daher die leichte Anspannung. Und tatsächlich: Als alle Teilnehmer anwesend sind und im Bus Platz genommen haben, weicht die Anspannung gänzlich von Uwe.
Nach einer 15 minütigen Fahrt erreichen wir den Hafen von Port Sudan. Neben einigen anderen Yachten vertäut erwartet uns unser Boot: Die "Sherazade".

Nach einer kurzen Fahrt mit den Dinghis besteigen wir endlich den Heck des Bootes und die Crew ist eifrig damit beschäftigt, das Gepäck der Tauchgäste an Deck zu hieven.

Uwe gibt uns unter der gnädigen Aussparung allzu vieler Details einen kurzen Überblick zum Boot und teilt uns mit, dass wir unser Tauchgepäck am besten direkt verstauen sollen, damit wir beim ersten Tauchgang morgen früh keine unnötige Zeit verlieren. Bei uns allen hält sich die Begeisterung diesbezüglich in Grenzen. Aber gemurrt wird nicht.

Die Vorfreude, die Aufregung und zuletzt auch die Müdigkeit hält unsere Zungen im Zaum. Während wir unser Equipment verstauen, lässt Uwe seine Einweisung zum Boot auf uns einwirken - die 33 Meter Yacht mit stabilem Stahlrumpf beherbergt zwei 500 PS starke Dieselaggregate, die auf See für den nötigen Vortrieb sorgen. Insgesamt 9 Doppelkabinen bieten den maximal 18 Tauchgästen einen bescheidenen Komfort.

Als nun endlich alle Utensilien und Gerätschaften in den vorgesehenen Boxen verstaut, alle Tauchanzüge aufgehangen sind, werden uns von der Crew die 2er Kabinen zugewiesen. "Endlich", denke ich. Ein Blick auf meinen Buddy bedeutet mir, dass auch er froh ist, sich endlich in die Koje werfen zu können.

Morgen erwartet uns sicher ein aufregender Tag und spannende Tauchgänge... wir wollen fit sein und selbst, wenn wir das nicht wollten: Die Müdigkeit nach der strapaziösen Anreise hat uns fest im Griff.

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