Sardinien - Das Wrack der KT 12

Es ist der 10. Juni 1943, als das in Livorno gebaute und unter dem Kommando der Deutschen Kriegsmarine stehende Versorgungsschiff KT 12 von einem der drei von der HMS Safari abgefeuerten Torpedos mitschiff getroffen wird.

 

Die tragische Geschichte der KT 12

Die KT 12 (Kriegstransporter 12), die gepanzert und bewaffnet auf ihrer Jungfernfahrt durch das Mittelmeer auf dem Weg nach Nordafrika kreuzte, hatte Ladung für die Versorgung der Deutschen Truppen in Nordafrika an Bord. Neben Verpflegung hatte das Schiff außerdem Treibstoff und Fahrzeuge geladen.
Der Kriegsfrachter mit einem Gewicht von 834 Tonnen und einer Länge von 67 Metern wähnte sich in Sicherheit, als das berühmtberüchtigte U-Boot der Britischen Marine
HMS Safari um die Mittagszeit 3 Torpedos auf das unter deutschem Kommando fahrende Versorgungsschiff abfeuerte. Während 2 Torpedos ihr Ziel verfehlten, traf der dritte das anvisierte Schiff in der Mitte und sprengte den Bug ab.
Das angreifende U-Boot soll danach auf 30 Meter in sichere Tiefe abgetaucht sein, um dort den Verlauf des Angriffs abzuwarten. Auf Seerohrtiefe aufgetaucht, erkannte der Kommandant schnell, dass das Schiff einen massiven Treffer erlitten hatte. Die an Bord befindlichen Ölfässer waren in Brand geraten und sowohl Schiff als auch das umgebende Wasser brannten lichterloh.

Brennendes Inferno: Treibstofffässer verbrannten
Dichter Rauch färbte den Himmel schwarz als der Kommandant Befehl gab, die Bordkanone klar zu machen, um die in Brand geschossene KT 12 zu versenken.
Zum Abfeuern des Geschützes kam es aber nicht mehr, da das Schiff bereits dem Untergang geweiht war. Nach 41 Minuten sank die in zwei Teile zerbrochene KT 12 vor der Ortschaft Orosei auf Grund und liegt seither in einer Tiefe von 20 bis 34 Metern.


Der Tauchgang

Das Tauchboot der Sardiniadivers bringt uns in wenigen Minuten an den nahen Tauchplatz. An Bord gibt es ein kurzes Briefing und wichtige Sicherheitsinstruktionen.
Die besprochenen Grundzeiten sind wegen der Tiefe des Tauchgangs strikt einzuhalten. Insbesondere die Fotografen an Bord werden angehalten, ihre Grundzeiten genau zu beachten - gerne wird bei den vielen schönen Motiven mal das Wesentliche vergessen.

Per Back-Drop geht es dann ab ins Wasser und da Oberflächenströmung vorherrscht, wird direkt abgetaucht. Auf 10 Meter treffen sich die Buddy-Teams und geben sich ihr finales Ok fürs Abtauchen auf das Wrack.

Kristallklares Wasser beschert Tauchern auf  Sardinien grandiose Sichtweiten

Bei guter Sicht, sind die Umrisse des gesunkenen Schiffes deutlich zu erkennen. Und während wir an der Ankerleine heruntergleiten, werden immer mehr Details erkennbar.
Auf 30 Meter erreichen wir den Sandboden und vor uns sind die Kranaufbauten und Teile der weggesprengten Ladung auszumachen.

Im Hintergrund entdecken wir die Reste eines Fahrzeuges, das seitlich umgekippt ist. Achse und Reifen ragen surrealistisch zur Wasseroberfläche auf und geben tolle Fotomotive ab. Überall verstreut liegen Reste der Treibstofffässer, die bei der Explosion aus den Frachträumen geschleudert wurden.


Wir bewegen uns weiter in Richtung Heck des Schiffes und passieren Ruder und die noch gut erkennbaren Propeller des Transporters.
Als unsere Grundzeit zu Ende geht, tauchen wir entlang der Backbordseite hoch und überqueren das Deck und erreichen das noch gut erkennbare Steuerrad.
Durch die Speichen entdecken wir die 75mm Bordkanone des bewaffneten Schiffes. Bei näherer Betrachtung sind die Details des Geschützes trotz all der Jahre noch gut auszumachen.

Kurz bevor unsere Tauchcomputer Alarm schlagen und wir in die Deko kommen, beginnen wir mit dem Aufstieg und verlassen unsere aktuelle Tiefe von 22 Metern.
Als wir auf 16 Metern einen zusätzlichen Sicherheitsstopp durchführen, werfen wir einen letzten Blick auf das unter uns liegende Wrack, das wie viele Kriegswracks eine tragische Geschichte erzählt.

Inzwischen hat ein wenig Strömung eingesetzt und führt Schwebeteilchen mit sich. Als wir den 5-Meter-Bereich für unseren letzten Sicherheitsstopp erreichen, ist von dem Wrack nichts mehr zu erkennen. Unser nächster Tauchgang ist für den Bug der KT 12 vorgesehen.

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