Philippinen - Tongo Point

Der Tauchplatz Tongo Point liegt auf der Philippinischen Insel Cebu, nahe der Gemeinde Moalboal, die Ausgangspunkt für zahlreiche  empfehlenswerte Tauchgänge ist.

Der Tauchgang zieht sich entlang einer prachtvollen Steilwand, die in endlose die Tiefen abfällt.

Wo der Boden als Orientierung fehlt, gilt es für die weniger erfahrenen Taucher immer wieder einen Blick auf Tiefenmesser oder Tauchcomputer zu werfen, da die Orientierung an der Wand ein wenig schwierig ist.

Dafür ist das Tauchen am Drop-off unbeschreiblich, führt es dem Taucher noch deutlicher den Zustand der Schwerelosigkeit vor Augen.

Aber widmen wir uns wieder dem Wesentlichen - dem Tauchgang und den Besonderheiten, die dieser Tauchplatz den Tauchern beschert.

 

Steilwand - mit ein wenig Übung, gerne!

Die Steilwand ist in einem wünschenswert guten Zustand: Hart- und Weichkorallen säumen den Drop-off und an vielen Plätzen wiegen sich Fächergorgonien in der Strömung.

Das scharfe Auge mag hier auch schon mal ein Pygmäenseepferdchen auf der filigranen Netzstruktur der Gorgonien ausmachen - mir jedoch verwehrt die zunehmende Altersweitsicht diese Entdeckung. Und somit mühe ich mich nicht allzu lange ab an den großen Seefächern, da ich mir wenig Hoffnung auf Erfolg mache.

Wieder mal muss ich mir eingestehen, dass ich auf Dauer wohl nicht um optische Gläser herumkommen werden... dieses Mal habe ich mich wieder selbst um scharfe Sicht gebracht. 

Warum eigentlich? Bequemlichkeit? Eitelkeit? Von allem ein bisschen?
Letztlich wurde die Zeit wieder knapp vor dem Urlaub und ich war froh, wenigstens das Equipment durchchecken zu lassen.

Das nächste Mal vielleicht - mit optischen Gläsern in der Maske!


Ein wenig mehr Glück habe ich beim Blick unter einem Vorsprung - die etwas größeren Sachen springen mir offensichtlich besser ins Auge:  Eine junge Meeresschildkröte hebt pikiert ihren Kopf - mit vorwurfsvollen Blick scheint sie sagen zu wollen, ich möge mich doch gefälligst davon schleichen.

Nun, vielleicht interpretiere ich da zu viel rein, aber ich nehme meinen sprichwörtlich Hut und überlasse das Meeresreptil wieder seiner kontemplativen Pause.

Mit ein wenig Übung schärfe ich meine Augen auch wieder für kleinere Tierchen: Ich entdecke tatsächlich einige Nacktschnecken - die schillernden Persönlichkeiten der Meeresfauna und auch einige kleine Riffgrundeln lassen sich sehen.

Flach, auf dem Untergrund liegend, verharren eine bunten Grundel regungslos in der Annahme, ich hätte sie nicht entdeckt. Da kann ich nur müde lächeln...noch reicht die Sehstärke aus!

Einige Harlekin-Süßlippen kann ich entdecken, sogar ein juveniles Jungtier, das vorsichtig unter einem Vorsprung hervortritt.

Offensichtlich fürchtet es, ich wäre ein feindlich gesinntes Wesen mit meinem wenig eleganten Gepaddel und den lauten und unheimlichen Luftblasen. 
Blitzschnell verschwindet das Jungtier in einer kleinen Spalte und entzieht sich meinem Blick.

Auch wenn es sie zuhauf gibt: Anemonenfische in allen möglichen Variationen - man möchte sie nicht missen und auch ich freue mich, die possierlichen Barschfische mit der vermeintlich großen Klappe sehen zu können.

Geradezu vorwitzig bis todesmutig tritt der waghalsige Fisch zum Schutz seiner symbiotischen Behausung - der Anemone - ein und wagt sich ein gutes Stück aus dem schützenden Nesseltier hervor.

Nach etwa dreißig Zentimetern wird dem Fisch anscheinend bewusst, dass die Situation möglicherweise aussichtsloser ist, als er es für möglich gehalten hat: Sein gockelhaftes Gebahren beeindruckt mich wenig und das hat auch er jetzt begriffen und zieht sich immer noch aufgeplustert in den sicheren Schutz der Anemone zurück.

Aber nachdem ich meine Aufnahmen gemacht habe, überlasse ich dem Fisch den Triumph und das Feld und ziehe meines Weges.


Die Wand, die bisweilen flacher abfiel, sackt wieder steil herab. Der Boden ist nicht erkennbar. Die Pracht des Bewuchses allerdings ist es. 

Mir fallen die seltenen schwarzen Korallen auf, an denen sich Glasfische tummeln - dazwischen bunte Schwämme, Seescheiden und andere Korallen. Die Landschaft ist ohne zu übertreiben eine wahre Augenweide.

Die Korallen treten hier so zahlreich auf, dass man unendlich viel entdecken könnte, wären da nicht die dahinschwindenden Luftvorräte, die uns Tauchern wie immer einen Strich durch die Rechnung machen.

Nach 50 Minuten muss ich Abschied nehmen vom Tauchplatz Tongo Point - das Tauchgebiet Moalboal war auch dieses Mal keine Enttäuschung.

Wenig Strömung und die schöne Landschaft bieten am Tongo Point einen Tauchgang mit Tiefenentspannung. Allzu sehr sollte man sich aber dennoch nicht von dem entspannten Gefühl einlullen lassen, denn es geht an der Steilwand endlos in die Tiefe. Da der Tauchgang bis auf 30 Meter in hinunter gehen kann, empfiehlt es sich, die Nullzeit als auch den Flaschendruck im Auge zu behalten.

Sonst droht ein Deko-Tauchgang oder das frühzeitige Ende des Tauchgangs aufgrund mangelnder Luftreserven.

Anfänger sollten darauf achten, nicht tiefer als die vorgeschriebenen 18 Meter zu tauchen. 

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