Indonesien - Sangalaki

Sangalaki ist zweifellos einer der besten Tauchplätze Borneos – üppige Riffe, Fischschwärme und Mantasichtungen lassen bei Tauchern keine Wünsche offen.

Man munkelt, es sei magisch dort…

Vor Maratua und Sangalaki hatten wir noch einen zweiwöchigen Abstecher nach Nord-Sulawesi gemacht und waren dort im Prince John Resort untergekommen (wir berichteten bereits darüber).
Als wir abends an der Bar ansprachen, dass es für uns danach nach Sangalaki gehen sollte, traf uns manch neidvoller Blick und selbst Alex, der Leiter des Resorts, der schon sicher sehr viel in seinem Taucherleben gesehen hat, meinte voller Anerkennung, dass uns da noch „magische Tauchgänge“ bevorstünden.

Unserer Vorstellung nach war es kaum vorstellbar, dass sie noch besser sein sollten, als die bereits in Nord-Sulawesi erlebten, aber die Realität sollte uns eines Besseren belehren.

Nach etwas beschwerlicher Anreise zum preislich überzogenen Maratua Island Resort genossen wir den ersten Abend auf unserer kleinen Terrasse und wurden mit einem unglaublichen indonesischen Sonnenuntergang entlohnt – die folgenden sollten nicht minder atemberaubend werden.

Der nächste Morgen war die Begrüßung in der Tauchbasis angedacht. Ein kurzes Briefing folgte und wie üblich wurden die Tauchsachen verstaut.

Am frühen Nachmittag gab es den ersten Tauchgang, ein Nachttauchgang sollte folgen – die ersten Tauchgänge erwiesen sich als vielversprechend.

Nachdem wir einige Tage mit allesamt tollen Tauchgängen verlebt hatten, war Kakaban an der Reihe – der Insel, mit dem Quallensee.

Für den Folgetag stand dann endlich Sangalaki auf dem Programm.

Die Anfahrt von Maratua Island aus dauert rund eine Stunde, daher ging es bereits um 08.00 Uhr los. Einige defekte Tauchflaschen warfen uns zeitlich leider ein wenig im Plan zurück.


Endlich angekommen gibt es ein knackiges Briefing. Dann heißt es „ankleiden“ für den Tauchgang und im Nu ist unsere kleine Gruppe von 6 Tauchern zuzüglich Guide im Wasser.

Schon die klare Sicht unter Wasser ist vom Feinsten: 25 Meter Sicht sind hier keine Ausnahme.
Zwar sind viele Schwebteilchen im Wasser, doch diese beeinträchtigen die gute Sicht nur bedingt.

Der Grund für die guten Lichtverhältnisse liegt in der Bodenbeschaffenheit: Das ausgedehnte flache Areal ist mit weißem Korallensand bedeckt und der helle Sand reflektiert das einstrahlende Sonnenlicht besonders gut.

Der sandige Untergrund wird an vielen Stellen von Korallengebilden und größeren -blöcken unterbrochen. Hier tummelt sich das maritime Leben: Mitten auf einer großen Anemone leben Porzellankrebse im Einklang mit Anemonenfischen. Auch Blasenkorallen sind häufig zu entdecken, auf denen bizarre Krebse ein Heim gefunden haben. Wer scharfe Augen hat, entdeckt an vielen Stellen Nacktschnecken aller Form und Couleur.

An manchen Stellen dehnen sich die Korallengebilde zu kleinen Hügellandschaften aus, die mit bunten Fahnenbarschen übersäht sieht.

Rund 500 verschiedenen Korallenarten soll es im Gebiet von Sangalaki geben und auch die große Anzahl von Schwämmen, die wir entdecken, ist beeindruckend. Doch die eigentliche Attraktion des Tauchgebietes sind die Mantas, die in großen Gruppen von bis zu 40 Tieren anzutreffen sein sollen. Bisher lassen sich die Tiere allerdings nicht blicken und so ziehen wir weiter auf der Suche nach den großen Planktonfressern durch die schöne Unterwasserlandschaft.

Wir entdecken einen ausgehölten großen Korallenblock. Gut geschützt haust dort ein großer Schwarm Glasfische. Dahinter versteckt stehen regungslos 3 große Fledermausfische. Unsere Atemblasen lassen den Schwarm Fische auseinanderstoben. Nach kurzer Zeit kehren sie wieder in die alte Formation zurück.


Unsere Suche nach den Mantas geht weiter. 7 Augenpaare richten ihre Blicke in alle Richtungen, um endlich einen Blick auf eines der majestätischen Rochen zu erhaschen. Nach 35 Minuten schwindet die Hoffnung. Von Enttäuschung allerdings keine Spur: Das Tauchgebiet ist einfach zu abwechslungsreich und faszinierend.

Ein wenig schuldbewusst – für uns völlig unbegründet – zuckt unser Guide mit den Schultern. Wir erwidern ein freundliches „Taucher-Ok“. Kein Grund zur Besorgnis – wir sind begeistert.

Weitere 10 Minuten später tauchen wir in ein flacheres Areal – der Blick auf unseren Finimeter lässt erahnen, warum. Wie jeder Tauchgang endet auch dieser einmal… auch wenn es noch ein bisschen hätte dauern können.

Wir finden uns gerade mit der Tatsache ab, dass der „Manta-Run“ diesmal seinem Namen nicht gerecht werden konnte, als es doch noch passiert: Unser Guide hatte wieder die schärfsten Augen von uns allen.

Schon gerät unsere kleine Tauchgruppe in Unruhe. Uns drängt sich eine Vermutung auf und ehe wir es richtig begreifen, zieht ein großer schwarzer Schatten in der Entfernung gerade noch im Bereich unseres Sichtfeldes vorbei. Die anderen waren deutlich näher dran, aber was macht das schon.

Der Tauchgang war spitze – und das i-Tüpfelchen hat sich bis zum Schluss aufgehoben!

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