Sansibar - Powoni

Ich hab’s Irgendwie verschlafen, gestern den Tauchplan einzusehen und erfahre erst eben, dass es Richtung Powoni geht.

Asche auf mein Haupt, ist gar nicht so meine Art, aber der bisherige Aufenthalt auf Sansibar hat mich dermaßen "entschleunigt", dass sich eine „Mir-egal“-Mentalität breit macht… Gar nicht Deutsch, aber sehr entspannend und was soll schon passieren?

Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich auf das „Wagnis“ einzulassen – nein, Heldenmut bedarf es dafür natürlich nicht. Mehr als mich treiben lassen, muss ich mich im Grunde nicht.

Wie immer das übliche Gerödel auf der Basis: Tauchtasche finden, Neopren schon mal überwerfen. Noch ist es überraschend kühl und windig – der Himmel ist noch bedeckt. Darüber hinaus erspare ich mir das Gerödel an Deck, was hinsichtlich der begrenzten Platzmöglichkeiten auf den kleinen Speedbooten nervig sein kann.

10 Minuten preschen wir die Lagune entlang, dann erreichen wir das Außenriff und sofort setzt der Seegang ein. Ordentlich.

Unsere Nussschale durchbricht die Wellenkämme

Ein mächtiges Geschaukel setzt ein und unsere gut motorisierte Nussschale durchbricht die Wellenkämme.

Das Briefing fällt knapp und fröhlich aus, „Pole pole“… bloß keinen Stress aufkommen lassen. Ein letzter Check der Ausrüstung und schon schaukle ich gemütlich in der beachtlichen Dünung. Guide und Buddy sind da, dann tauchen wir ab und schweben über das sanft abfallende Riffdach hinweg.

Unter uns liegt ein intaktes Korallenriff – schön anzusehen und voller Leben.

Riffbarsche, die in kleinen Gruppen Weich- und Hartkorallen belagern und sich entspannt von der Dünung hin- und herschaukeln lassen. Die die Korallen bewohnenden Fische verhalten sich wie kleine kollektiv agierende Schwärme. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn die aufsteigenden Luftblasen der Taucher ihren "Schrecken" entfalten und die Fische sich blitzartig in den Schutz der Korallen zurückziehen.

 

Meeresbarben und ein schönes Riff

Immer wieder begegnen uns kleine Schwärme von Gelbstreifenbarben, die in respektvollem Abstand zu uns vorbeiziehen. Von einem gigantischen Schwarm kann man zwar nicht sprechen, aber hin und wieder sieht man schon mal rund 100 Fische, die sich zu einer Traube zusammengefunden haben.

Sanft fällt das Riff vor uns ab, so sanft, dass sich der trügerische Eindruck aufdrängt, man kontinuierlich in konstanter Tiefe. Der Blick auf den Tiefenmesser verrät aber, dass wir uns bereits auf 24 Meter Tiefe befinden.

Klar, auch das Licht hat sich verändert, aber die schöne Umgebung lullt einen ganz schön ein.

Ich will nicht meckern, der Tauchgang ist tiefenentspannt und so soll es sein. Nichts stört, ich kann mich voll und ganz der Entspannung eines vollendeten Tauchgangs hingeben, wäre da nicht die Kamera in meinen Händen, die mich gelegentlich wieder daran erinnert, auch ein paar schöne Aufnahmen von der Unterwasserlandschaft zu schießen.

Aber auch das ist keine echte Bürde: Die Vorfreude auf das "digitale Wiedersehen" und das Auswerten der Bilder nach dem Urlaub wächst in mir, während ich meinen Blick durch den Sucher schicke auf der Suche nach dem nächsten Motiv. Ein Weitwinkelobjektiv habe ich glücklicherweise für heute ausgewählt: Die Rifflandschaft zieht sich nahezu endlos unter uns dahin.

 

Fazit

Powoni ist ein sehr entspannter Tauchgang an einem wunderschönen Riff. Die Dünung an der Wasseroberfläche ist zwar recht deutlich auch noch in den tieferen Abschnitten zu spüren. Dennoch handelt es sich hier um ein recht einfach zu betauchendes Gebiet. Die leichte Strömung tut dem Ganzen keinen Abbruch, da wir generell immer mit der Strömung tauchen.

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