Moorea - Tiki

Der nördlichen Küste vorgelagert befindet sich einer der besten Tauchplätze Mooreas – Tiki.

Den Namen verdankt der Spot einer Legende, nach der eine polynesische Tiki-Statue am Ort versenkt, um die sich immer wieder ein große Schule Haie eingefunden haben soll.

Soviel zum Thema Legenden… wir waren nun an der Reihe, diesem Ammen(hai)-Märchen cool auf den Grund zu gehen. Es wir einem ja immer so viel versprochen: Schillernde Reiseprospekte, die einem das sprichwörtlich Blaue vom Himmel versprechen - vor Ort dann Ödnis und Wüstenei.. alles schon da gewesen.

 

Moorea - schon zulande ein echter Hingucker

Nun, Moorea selbst war vom Land her betrachtet schon mal der wahr gewordene Südseetraum – insofern eigentlich beste Voraussetzungen, dass die "Hailegende" wahr sein könnte, oder?

Der Tauchplatz Tiki selbst liegt nur wenige Fahrminuten mit dem Tauchboot von der Tauchbasis entfernt – sehr angenehm für bequeme Taucher wie uns… Als der Skipper den Ankerplatz ausgemacht hat rödeln wir nach einem kurzen und prägnanten Briefing die Ausrüstung auf und - PLATSCH – sind wir schon im im wohl temperierten Nass. Bemerkenswert ist das fast kristallklare Wasser, in das wir gespannt hinabtauchen. Die Sichtweite liegt bestimmt bei mindestens 30 Metern. Schon mal sehr gut.

Es geht schnell relativ weit runter - auf 18 Metern angekommen bewegen wir uns gemächlich am sanft abfallenden Riff entlang - wie besprochen müssen wir uns gegen eine ordentliche Strömung vorarbeiten.

 

Zwei Schatten ziehen ans uns vorbei... große Schatten!

Als wir gegen die Naturgewalt des Ozeans mit Kräften ankämpfen zieht ein Schatten an uns vorbei – nein… ZWEI Schatten. Große Schatten… Die Augen aller Taucher, die die „Schatten“ ebenfalls wahrgenommen haben, wenden sich abrupt  in Richtung der unerwarteten Bewegung.

Großartig: Wir erhalten schon einen guten Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll – 2 Haie haben uns in Augenschein genommen und passieren mit fast schon demonstrativem Desinteresse unser kleines Grüppchen. Immerhin, nett, dass sie mal vorbeigeschaut haben. Uns hat’s gefreut.

Und mal ehrlich: Die sollen sich mal bloß nix einbilden – waren ja „nur“ Schwarzspitzenriffhaie… wir sind hier wegen größerer Exemplare hier. Graue Riffhaie sollen nämlich die örtliche Putzerstation bevölkern. Mit viel Glück könnte sich auch ein Tigerhai einstellen – na, da wollen wir mal lieber nicht den Tag vor dem Abend loben!

 

Nicht den Tag vor dem Abend loben!

Die Aufregung über die zwei Schwarzspitzen hat uns die Anstrengung fast vergessen lassen. Das hat aber auch dazu geführt, dass wir ein Zeit verloren haben und die bedeutet ja unter Wasser leider auch immer einen Angriff auf die Luftreserven im Tank. Um so eiliger geht es jetzt zum Ziel unseres bis dato kurzweiligen Tauchausflugs.

Auf 25 Meter Tiefe ziehen wir knapp über dem Riff entlang als wir in rund 20 Metern Entfernung ein großes graues Riffhaiweibchen entdecken, dass mit geöffnetem Maul an Ort und Stelle verharrt – wir haben offensichtlich die Putzerstation erreicht und suchen uns eine Position, die uns vor der zerrenden Strömung schützt. Dabei bewegen wir uns möglichst vorsichtig weiter in Richtung des Hais voran, um weitere Eindrücke aus der Nähe zu erhalten.

 

Der Hai in der Warteschleife

Über uns zieht ein weiterer Schatten dahin – es ist ein weiteres Exemplar eines grauen Riffhais. Es weist keine Klasper auf – insofern auch ein Weibchen. Wie ein Flugzeug scheint es seine Warteschleifen zu drehen – es geht gesittet zu wie bei Aldi an der Kasse. Kein Drängeln, kein Schubsen – jeder kommt dran, sobald der nächste Platz frei ist. Nur ist es hier nicht die Kasse sondern der jeweilige Dienstleister, der den großen Raubfischen seine hygienischen Dienste angedeihen lassen will: Putzerfische und kleine -garnelen, die die Tiere von lästigen Parasiten und Beuteresten im Gebiss befreien.

Eine echte Win-Win-Situation, da auch die Dienstleister ihren Anteil am Geschäft haben: Während sie ihre Pflegedienste anbieten erhalten sie kostenfrei Kost – Parasiten und Speisereste zum Naschen.

Der Blick auf den Finimeter lässt nichts Gutes erahnen. 90 Bar sind noch in der Flasche – eigentlich ist es Zeit, umzukehren – aber hey – wir „fliegen“ ja mit Rückenwind zurück.

 

Sorgen beiseite, wir genießen noch ein bisschen den Moment.

Ohne erkennbaren Grund sprengen die grauen Riffhaie wie von der Tarantel gestochen davon. Zunächst sind wir konsterniert und blicken uns gegenseitig fragend an. Die fragenden Blicke werden mit einem Schulterzucken quittiert. Was die Flucht der Haie ausgelöst hat, lässt sich nicht erahnen. Irgendetwas scheint sie verschreckt zu haben.

Während wir noch rätseln, deutet Richard, ein Franzose aus unserer Tauchgruppe, aufgeregt in Richtung Blauwasser. Ein kaum erkennbarer Schemen zieht da weit entfernt von uns Kreise als wolle er Witterung aufnehmen. Es ist ein großer Hai.. das ist auch aus der Entfernung wahrzunehmen…

Aber Moment mal… die Form… der massive Körper, der breite Kopf erinnern an einen Tigerhai. Aufregung macht sich breit – das ist unser erster Tigerhai – was für ein Erlebnis. Der Moment dauert nicht lange, da entschwindet der räuberische Riese wieder aus unserem Sichtfeld ins tiefe Blau.

Für ein Foto hat es nicht gereicht – für einen bleibenden Eindruck auf jeden Fall.

Es wird Zeit zurück zu tauchen. Wir brauchen noch genügend Luft, um zum Einstieg zurück zu gelangen. Zumindest müssen wir nicht mehr gegen die Strömung angehen. Auf unserem Rückweg begegnen uns weitere Schwarzspitzen-Riffhaie – vor lauter Aufregung und mit dem Erlebnissen im Kopf übersehen wir die kleine Gruppe fast.

Das grenzt schon an Undankbarkeit, aber dann bekommen die Tiere doch noch die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben. Während des Sicherheitsstopps ruhen unser aller Augen wieder mit der nötigen Portion Begeisterung auf ihnen, während sie knapp unter der Wasseroberfläche ihre Bahnen ziehen.

Wow! Was für ein Tauchgang!

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