Elphinstone Reef - Südplateau

Und dann ist der Spuk auch schon vorbei

Wir erreichen die Riffwand des Elphinstone Reefs, unseren taxierenden Verfolger im Schlepptau. Als wir uns schon damit abfinden, dass unser neues "Haustierchen" uns den Rest des Tauchganges Geleitschutz gewährt, scheint es das Interesse an uns zu verlieren. Mühelos beschleunigt das Tier seinen Flossenschlag. Bald sehen wir nur noch einen Schemen, während wir weiter an der Riffwand entlang tauchen, der wir vor lauter Aufregung bisher nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit begegnet sind.
Zu aufreibend waren die Eindrücke des soeben Erlebten und immer wieder wenden wir noch den Blick in die Richtung, in die der Hai entschwunden ist; teils in der Hoffnung, das Tier kehrt zurück, teilweise aber auch um sicherzustellen, dass sich der große Hai nicht wieder unbemerkt anpirscht wie bereits zu Beginn des Tauchgangs.
Nach einer Weile gelangt unsere Gruppe zu der Erkenntnis, dass der Hai uns nicht mehr die Ehre erweist. Wir wenden uns endgültig der Schönheit des Riffes zu.

Immer wieder werden die schönen Steinkorallen vom grellen Orange der hier anzutreffenden Weichkorallenbäumchen durchbrochen. Erst jetzt erschließt sich uns die ganze Pracht des östlichen Riffwand. Kaum werden wir dieser gewahr, als uns schon der "abgespaltene" Teil unsere Gruppe wieder entgegenkommt. Die zwei Buddy-Teams zuzügllich Guide waren soweit vor uns, dass sie von unserer Begegnung anscheinend nichts mitbekommen haben.
Der Guide signalisiert uns, dass wir wieder zum Boot zurücktauchen.

 

Am Boot die nächste Überraschung

Der Rückweg gehört dem Riff und seinen Bewohnern, die sich in unbeschreiblicher Vielfalt darauf und darin tummeln. Straßenkehrer, Fahnenbarsche, Zackenbarsche, Meeresbarben und verschiedene schnapperarten säumen unseren Weg zurück zum Boot - wir tauchen in einer atemberaubenden Kulisse. Sanft neigt sich das Plateau, über das wir nun wieder hinwegtauchen, hinab in die Tiefe. Wir tauchen ganz langsam in flachere Bereiche. Die Finnimeter kratzen an der 50bar-Marke, als wir den Rumpf unseres Bootes erkennen.
Schnell wenden wir uns wieder dem dahin schwindenden Riff zu und als die Blicke der Gruppe sich wieder zum Boot wenden, trifft uns die Erkenntnis wie ein Schlag:
Die beiden Hochseehaie zu Beginn des Tauchganges sind noch immer da und ziehen ihre Runden um das Boot. Nach genauem Hinsehen stellen wir fest - es sind nicht nur 2 Haie: Inzwischen haben sich 3 weitere hinzugesellt. Wir sind völlig perplex - was für ein Schauspiel.
Die Luft in den Tanks neigt sich dem Ende zu und die Gruppe schaut zur Wasseroberfläche, wo sich die 5 Haie an der Wasseroberfläche rund um das Boot verteilen und ihre Bahnen ziehen. Wie gerne würden wir dem Schauspiel noch beiwohnen und so treten wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge unseren Sicherheitsstop an. Es bleiben uns noch 3 Minuten, in denen wir dem Treiben zuschauen können. Dann kommt das Signal zum Abbruch - die zwei gekreuzten Arme des Guides besiegeln das Ende des Tauchganges und fast schon schweren Herzens beenden wir einen unvergesslichen Tauchgang.

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