Tauchen mit Haien

Ein Schwarzspitzenriffhai schwimmt einen Taucher anBegegnungen mit Haien beim Tauchen sind für mich wie für viele andere begeisterte Taucher ein Erlebnis der besonderen Art.

Wer die eleganten Räuber der Meere schon einmal in ihrem natürlichen Umfeld erlebt hat, wird mit glänzenden Augen von seinen Erfahrungen berichten und wird jeder weiteren Begegnung mit den imposanten Raubfischen mit Freude entgegen sehen. So abwegig das für manch einen klingen mag, aber für mich ist das bereits zu einer Art Mantra geworden:

Ein Tauchgang ohne Haie ist kein perfekter Tauchgang.

Allzu Ernst muss man die Aussage nicht nehmen: Schließlich gibt es grundsätzlich auf jedem Tauchgang immer etwas Spannendes und Faszinierendes zu entdecken. Aber dennoch rundet die Sichtung eines Hais einen spannenden Tauchgang perfekt ab.

 

Respekt ja, Angst aber sicher nicht

Man begegnet beim Tauchen mit Haien einem Raubtier in seinem Lebensraum, der einem selbst nicht fremder und unnatürlicher sein kann. Bedenkt man nur, wie mühselig der Taucher sich mit all seiner schweren und unhandlichen Ausrüstung im Wasser abrackern muss, während die dort heimischen Lebenwesen mit wundersamer Leichtigkeit durch das nasse Element gleiten. Könnten Fische lachen, wäre das Gelächter beim Anblick grobmotorischer "Eleganz" bei uns Tauchern unter Wasser sicher ohrenbetäubend. 

Redaktionstipp Der legendäre Filmemacher und Haifreund Rob Stewart hat mit seinem Doku-Drama "Sharkwater" über das Thema Haimafia für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Der Film belegt mit drastischen Bildern, welchen enormen Schaden Profitgier und Hai-Mafia im Ökosystem Meer anrichten. Eine spannende und aufreibende Reportage, die den Hai ins richtige Licht rückt und auf die Gefahren einer aussterbenden Fischart hinweist. Weitere Infos zum Film: Sharkwater [Blu-ray]

Doch der Wunsch, einem  großen Raubfisch unter Wasser zu begegnen, ist auch trotz der evolutionär bedingten mangelhaften Anpassung des Menschen an das feuchte Element bei vielen Tauchsportlern omnipräsent.

Nicht anders verhält es sich schließlich auch bei einer Safari über Wasser: Wer sich Wildtiere - insbesondere wilde Raubtiere - wo auch immer auf diesem Planeten aus nächster Nähe ansehen möchte, der möchte natürlich gerne die sogenannten "Big Five" in freier Wildbahn erleben. Dennoch sollte man sich immer einer potentiellen Gefahr bewusst sein. 

Wilde Raubtiere sind - wenn nicht unmittelbar gefährlich so zumindest - unberechenbar und das Gleiche gilt auch für die Raubtiere des Meeres. Wer sicher mit Haien tauchen möchte, sollte ein paar grundlegende Regeln beachten.


Scheue Kontaktaufnahme

Weiß-, Schwarzspitzenriffhaie sowie graue Riffhaie halten beim Tauchen meist respektvollen Abstand. Ein Anschwimmen ist kaum möglich, da die Tiere sofort die Flucht ergreifen. LongimanusBei größeren Haiarten wie beispielsweise dem Weißspitzenhochseehai ist das Verhalten anders geartet.

Der unter dem lateinischen Namen Carcharhinus Longimanus bekannte Hochseehai begegnet dem Taucher mit deutlich ausgeprägter Neugier - fast schon begierigem Interesse. Das Tier kommt dabei oft recht nah, um das „Objekt des Interesses" aus nächster Nähe einer gründlichen Sinnesprüfung zu unterziehen. Dennoch hält dieser als potentiell gefährlich eingestufte Räuber der Meere seinen eigenen Sicherheitsabstand ein, der dem Longimanus gegebenenfalls eine schnelle Flucht ermöglicht, ohne das Risiko einzugehen, die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen zu müssen.

Man weiß heutzutage, dass Haie im Allgemeinen eine natürliche Angst vor allem „Unbekannten“ aufweisen – schon allein die Größe des unbekannten Wesens "Taucher" stellt für die Raubfische zu allererst eine potentielle Gefährdung dar und kann somit das oft scheue Verhalten der Haie erklären.

Angst vor'm bösen Hai

Im Grunde sind es die Haie, die Angst vor den Menschen haben müssen - und nicht wir, wenn wir mit Haien tauchen oder schwimmen. Neuerliche Statistiken belegen, dass jährlich etwa 100.000.000 Haie aus reiner Profitgier (oftmals werden den Tieren bei lebendigem Leibe die Flossen abgetrennt, aus denen die Grundlage für Haiflossensuppe gewonnen wird), aber auch aus Angst und Unwissenheit sowie zum Vergnügen einiger unbelehrbarer Sportfischer getötet werden – von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Tendenz: Steigend!

Es besteht dringend Handlungsbedarf, die Tiere nachhaltig zu schützen. Kaum ein Meereslebewesen ist so wichtig wie der Hai: Als Spitze der Nahrungskette ist er hauptverantwortlich für die natürliche Selektion in der Biosphäre Ozean und trägt somit maßgeblich für eine gesunde und ausgeglichene Balance der Arten bei. Ein drastischer Rückgang der weltweiten Haipopulationen führt zwangsläufig zum Zusammenbruch des Ökosystems Ozean mit ebenso dramatischen Folgen für den gesamten Globus. Inzwischen stellen wissenschaftliche Studien auch Zusammenhänge zwischen Haisterben und Klimawandel her.

Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich die Seite www.sharkproject.com sowie die Veröffentlichungen von Dr. Erich Ritter, dem derzeit populärsten Haiverhaltensforscher. Er betreibt seine Studien auf Walker’s Cay auf den Bahamas und leistet, was das Thema Haie angeht, Aufklärungsarbeit, die dringend nötig ist. Unter der Seite www.sharkschool.com gibt es ausführliche Informationen zu Dr. Erich Ritter und dem Projekt SHARKSCHOOL.

 

Bildergalerie "Mit Haien tauchen"


AdmirorGallery 4.1.1, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.

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