Maratua Island Resort

Die Tauchbasis

Auch hier müssen die hohen Ansprüche zurückgeschraubt werden. Internationale Standards und Qualitätskriterien vermisst man bedauerlicherweise. Die Crew ist freundlich, bleibt allerdings ein wenig auf Distanz, was aber für uns akzeptabel ist. Nach einer geraumen Zeit tauten die zwei Guides auch zusehends auf und verloren auch ihre anfängliche Schüchternheit.

Der Service der Crew war insgesamt freundlich und zuvorkommend und auch die Ausstattung ließ soweit keine Wünsche offen. Von Toiletten über Süßwasserduschen und -becken zum Reinigen der Ausrüstung inklusive Kamerabecken war alles standardmäßig.

Weniger rosig sah der Zustand der Tauchboote aus. Diese machten einen recht ungepflegten Eindruck und bereits auf der Hinfahrt fiel zunächst einer der zwei Außenbordmotoren immer wieder aus. Im weiteren Verlauf der Anreise versagte dann auch der zweite Motor seine Dienste. Dies führte zu wiederholten unfreiwilligen Stopps und eine um 1 Stunde längere Anreise.

Auch die Tauchflaschen waren teilweise in schlechtem Zustand. Des Öfteren waren diese undicht und bliesen ab, was den Tauchbetrieb zeitlich aufhielt, bzw. beim Tauchen für leichtes Unbehagen sorgte. Trotz wiederholten Hinweisen wurde eine Dichtigkeitskontrolle vor der Abfahrt versäumt und nur auf Hinweis der Tauchgäste wurde eine erneute Überprüfung vorgenommen.

Das hatte bei der Abfahrt zum Tauchgebiet Sangalaki zur Folge, dass von 18 Tauchflaschen 8 getauscht werden mussten. Ein peinliches Desaster auf Kosten der Sicherheit der Gäste.

Leihausrüstung haben wir keine gesehen, jedoch sei dringend angeraten, seine eigene Ausrüstung mitzubringen. Wer selbst keine Ausrüstung hat, dem sei angeraten, diese bei einer örtlichen Tauchschule im Heimatland auszuleihen.

Und dennoch: Die Tauchgebiete entschädigen für alles!

Trotz aller Unkenrufe und negativer Kritikpunkte: Die Tauch- und Schnorchelgebiete entschädigen für alle Mängel, die wir vor Ort feststellen mussten. Selten haben wir so schöne Tauchgebiete mit einer derart intakten Unterwasserlandschaft erleben dürfen. Jeder Tauchgang war speziell und gerade der nahe gelegene Tauchspot „Turtle Traffic“ mit seinen Myriaden von Meeresschildkröten war atemberaubend.

 

Fazit

Preislich rangiert das Maratua Paradise Resort im oberen Mittelklassebereich. Die Vorstellungen, die die relativ hohen Preise für Kost und Logis wecken, bleibt das Resort allerdings schuldig. Von weitem wirkt die Anlage atemberaubend schön, doch der Blick aus der Nähe offenbart einige Altersschwächen, die es gilt, dauerhaft abzustellen. In punkto Essen und Tauchbasis inklusive der maroden Fahrgeräte sollte deutlich nachgebessert werden, um den üblichen Standards gerecht werden zu können.

Das Personal am Empfang war letzten Endes sehr freundlich und zuvorkommend. Jedoch bestand ein großes Problem in der Kommunikation mit den westlichen Gästen: Die Mitarbeiter sprachen bisweilen nur gebrochen bis gar kein Englisch, sodass die Verständigung teilweise mit Händen und Füssen fortgesetzt werden musste. Dafür punkteten die Mitarbeiterinnen des Restaurants in Sachen Aufmerksamkeit: Wenn man am Essen nicht teilnahm, erkundigten sich diese höflich nach unserem Wohlbefinden.

Das fanden wir sehr angenehm und man fühlte sich dahingehend gut aufgehoben.

Insgesamt ist das Resort dennoch empfehlenswert, auch wenn man seine Ansprüche Komfort und Qualität betreffend ein wenig nach unten schraubt. Die Tauchgebiete sind genauso, wie sie in den einschlägigen Berichten dargestellt werden: Die Vorstellungen in Bezug auf die jeweiligen Tauchspots wurden geradezu übertroffen.

Wer also mit einigen Mankos umgehen kann, der verlebt trotz allem eine schöne Zeit - und nicht zu vergessen die unvergesslichen Sonnenuntergänge Indonesiens von den Terrassen der Bungalows.

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