Die Azoren - Pico

Das Tauchen selbst

Wer großartige Unterwasserlandschaften mit bunten Korallen erwartet, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht und wird sicher enttäuscht die Heimreise antreten.  Die Vulkaneruptionen, die das Festland geschaffen haben, haben auch das Bild unter Wasser geprägt. Die submarine Landschaft ist schroff und felsig, man findet wenig bis gar keinen Korallenbewuchs auf den Felsen – aber auch die karge Rauheit hat ihren Reiz und die durch die erkaltete Lava gestalteten Felsformationen sind alles andere als eintönig. Zudem gibt es eine Menge anderer submariner Attraktionen, die für die puristische Unterwasserlandschaft entschädigen: Bei zahlreichen Tauchgängen begegnen wir Barrakudaschwärmen, auf einem anderen Streifzug unter Wasser stoßen wir auf eine große Zahl riesiger Stachelrochen unter Wasser. Die großen Tiere liegen völlig entspannt und reglos auf dem sandigen Boden, während wir zappelnd gegen die starke Strömung ankämpfen.

Obwohl das Meer rund um die Azoren sicher noch zu den weniger warmen Gewässern gehört, ist die Farbgebung der Fische oftmals farbenfroh. So entdecke ich zahlreiche Papageienfische in buntem "Gefieder" und auch zahlreiche tropisch anmutende Muränen.
Ein weiteres Highlight der Tauchgänge sind die großen Makrelenschwärme, die uns fast bei allen Tauchgängen begegnen. Delfine bekommen wir beim Tauchen leider nur zu hören - sie halten sich außerhalb unserer Sichtweite. Im späteren Verlauf der Reise werden wir aber beim Schnorcheln noch auf Tuchfühlung mit großen Tümmlern gehen. Auch sehen wir bei unseren Tauchgängen keine Haie - die Tiere halten anscheinend sehr großen Abstand oder sie sind einfach wo anders unterwegs - dieses Mal zumindest.

Der 11. Tauchgang beschert unserer Tauchgesellschaft ein unerwartetes Glücksmoment: Das erste Mal in meinem Leben sehe ich einen Mola Mola beim Tauchen - einen Mondfisch. Das Tier ist noch nicht ausgewachsen und daher kaum einen Meter groß. Trotzdem freue ich mich, das erste Mal ein derart skurriles und selten anzutreffendes Meerestier sichten zu können. Die Einstellung scheint der Fisch nicht mit mir teilen zu wollen, denn als er uns entdeckt taucht er in sichere Tiefen ab, und mir bleibt nicht mal Zeit, eine Aufnahme zu machen.

Das Tauchen auf den Azoren ist definitiv etwas Besonderes. Die Sichtverhältnisse sind eher wechselhaft, manchmal brillant, manchmal aber auch denen eines heimischen Tümpels nicht unähnlich.  Wenn man Pech hat und unter Wasser keine Fische zu Gesicht bekommt, wird man auch nicht von schönen Riffformationen und knalligen Farben besänftigt: Diese sind schlichtweg einfach nicht vorhanden. So kann ein Tauchgang auch schon mal mehr Frust als Lust bedeuten, was aber kein Dauerzustand ist, denn die Wahrscheinlichkeit innerhalb des nächsten Tauchganges wieder etwas richtig Spannendes zu entdecken, ist recht hoch.

Zudem habe ich es zu Gunsten der Whale-Watching-Tour und Delfintour versäumt, bei den Princess Alice Banks „vorstellig“ zu werden. Bei diesem erstklassigen Tauchspot stehen die Chancen auf Mobula-/Mantasichtungen immens gut, sodass die Anbieter von Tauchausfahrten fast schon mit Garantien winken. Jedoch ist die von Madalena/Pico ausgehende Tagesfahrt so weit entfernt, dass auch die Preise gepfeffert sind. Das gleiche gilt für die Tauchgänge mit Blauhaien: Die Ausfahrt dauert auch hier je nach Wetterlage zwischen zwei und drei Stunden. Dann werden die Haie mit Fischblut und Köderboxen angelockt, was auch weitere Geduld dem Taucher abfordert. 

Ich persönlich würde das Tauchen auf den Azoren definitiv empfehlen und eins ist sicher: Nämlich, dass es mich ein weiteres Mal zum Tauchabstecher auf die Azoren verschlagen wird. Die Tauchbasis CW Azores direkt am Hafen der Hauptstadt der Vulkaninsel Pico - Madalena - war dabei stets meine erste Wahl: Ich fühlte mich generell gut betreut und auf Sonderwünsche wurde generell gut eingegangen. Die Briefings waren ausführlich und das Equipment gut in Schuss und die Crew selbst nett und zuvorkommend.

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