Mein neuer SUUNTO D6 Stealth Zulu

Aus alt mach neu: Nach über 16 Jahren größter Zufriedenheit liebäugelte ich mit einem neuen Tauchcomputer. Ich war immer großer Freund von Tauchcomputern im Armbanduhrenformat.

So hatte ich mich seinerzeit auch schon für SUUNTOs frühe Modelle interessiert und mich seinerzeit für den SUUNTO Stinger entschieden, mit dem ich bis heute zufrieden und konservativ tauchen.

Entsprechend lange habe ich gehadert, mich auf das „Wagnis“ einzulassen. Einerseits wollte ich mein altes weiterhin einwandfrei funktionierendes Instrument nicht loslassen, geschweige denn veräußern!

Der Stinger hat inzwischen fast schon sowas wie einen Retro-Look in Anbetracht der modernen Designs aktueller Geräte. Über 400 Tauchgänge hat mein treuer Tauchbegleiter auf dem Buckel. Nie hatte ich technische Probleme noch versagte er seinen Dienst!

"Der alte hat mir nie Scherereien gemacht!"

Aber einmal angefixt von der Idee, kehrten meine Gedanken immer wieder zum SUUNTO D6 Novo – insbesondere der Stealth Zulu-Variante – zurück. Fand ich sehr schick und auch die Idee einen Flaschendrucksender nutzen zu können, machte das Modell des finnischen Tauchcomputerherstellers SUUNTO für mich geradezu unwiderstehlich.

Es verging weitere Zeit und – was soll ich sagen - dann habe ich es einfach getan: Ich habe ein günstiges Angebot gefunden und zugeschlagen.

Ja, und der Sender war auch gleich mit dabei!

 

Unboxing - sagen wir mal: Auspacken!

Wir wissen es alle, das Unboxing – ich bleib mal beim Deutschen… das Auspacken – es ist immer ein bisschen wie Weihnachten.

  • Was ist drin?
  • Fehlt auch nichts?
  • Stimmt die Rechnung?
  • Irgendwelche nette Kleinigkeiten, die die ohnehin schon vorhandene Begeisterung noch steigern?

Während der alte Stinger noch in einer blauweißen Kartonage angeliefert wurde, wird der neue D6 Novo im stilvollen mattschwarzen Karton dargeboten: Macht einen edlen Eindruck und so wird das Öffnen der Box zum Erlebnis. Da liegt er nun vor mir, der neue Tauchcomputer. Die Schutzfolie klebt noch auf dem Saphirkristallglas.

Gehäuse und Armband machen einen soliden Eindruck und vorsichtig entnehme ich den intelligenten Tauchbegleiter aus der Packung.

Mir fällt leicht negativ aus, dass im Gegensatz zum Stinger keine stabile Innenbox mitgeliefert wird. Beim Stinger war eine Kunststoffbox dabei – ideal für den Transport in den Urlaub oder bei der Zwischenlagerung bis zum nächsten Tauchgang. Auch fällt die mitgelieferte Beschreibung recht dünn aus. Gab es beim Stinger noch ein kleines Booklet und eine laminierte Kurzanleitung - sehr praktisch für den Urlaub – so ist beim D6 Novo nur eine kurze Faltbroschüre dabei.

Aber das war es dann auch schon mit den Nachteilen. Ansonsten macht auch das aktuelle Modell des D6 einen richtig soliden Eindruck und macht auch optisch was her. Das olivfarbene Gewebearmband ist aus widerstandsfähigem Material, Gehäuse und Lünette sind in gewohnter Qualität aus Edelstahl gearbeitet. Bis zu 150 Meter soll der SUUNTO zuverlässige Werte liefern. Ich gebe zu: Das habe ich nicht getestet.


Technische Werte

Der Rechner setzt weiterhin auf das bewährte Dekompressionsmodell SUUNTO RGBM. Bis zu 3 Gase können gewechselt werden. In Sachen Hintergrundbeleuchtung baut SUUNTO wie gewohnt auf die Elektrolumineszenz – die Beleuchtungsdauer lässt sich schrittweise einstellen – es empfiehlt sich mit der Dauer zu sparen: Die Batterie lebt länger, wenn man mit dem Licht spart.

Ein anderes Highlight ist der integrierte digitale Kompass, der das Mitführen eines analogen Kompasses erübrigt. Auf Tastendruck lässt sich der Kompass aufrufen. Die Genauigkeit gibt SUUNTO mit 5° an. Die Neigungskorrektur gehört zu den Standardeigenschaften des Kompasses.

Selbstverständlich kann der Computer als Bottom-Timer genutzt – man muss schon fast sagen: missbraucht – werden. Nur für den Fall: Wer die Funktion braucht kann diese generell nutzen.

Im Tauchlogbuch stehen unbegrenzte Tauchverläufe zur Verfügung, die auch auf dem recht kleinen Matrix-Display anschaulich visualisiert werden.

Das auf dem Tauchcomputer gespeicherte Logbuch lässt sich selbstredend auf den Computer übertragen mittels beigelegtem USB-Kabel. Für die Übertragung der Tauchprofile ist die Installation der kostenfreien Software DM5 erforderlich. Download, Installation und Datenübertragung funktionieren einwandfrei und die Software erkennt sogleich den Tauchcomputer, über den die Tauchgänge geloggt wurden.

Für mich das persönliche Highlight war dann allerdings die Inbetriebnahme Flaschendrucksenders für die drahtlose Luftintegration. Kein echtes Novum – für mich allerdings schon.

Ich muss vorwegnehmen, dass ich an sich tatsächlich ein großer Freund der Technik bin, weiß dadurch allerdings aus Erfahrung, dass diese ab und an mal Zicken macht.

Technik und ich begegnen uns nicht mit der gleichen Liebe!

Da die Bohrungen in meiner ersten Stufe relativ eng beieinander liegen, war ich genötigt, den Sender auf der Seite anbringen, auf der auch der Finimeter angeschlossen ist. Weil sich an meiner ersten Stufe pro Seite nur ein Hochdruckabgang befindet, habe ich analog gegen digital tauschen müssen und den Finimeter abmontiert.

Mit ein bisschen Gefummel konnte ich den Sender anbringen und nachdem die erste Stufen erfolgreich an der Tauchflasche angebracht war. Einmal aufgedreht, aktivierte sich ordnungsgemäß der Sender und übermittelte zuverlässig den Druck in den eingestellten Werten (bar). Test bestanden - für mich stand dem ersten Tauchgang mit neuer Technik nichts mehr entgegen!

 


Der Tauchgang selbst

Kurz gesagt: Es war recht unspektakulär! Im Ernst. Das mag sich nun recht undankbar anhören, aber gemeint ist ganz das Gegenteil. Der SUUNTO D6 Novo hat genauso präzise und einwandfrei funktioniert, wie ich es erwartet hatte.

Alle Funktionen waren schnell abrufbar und die Messwerte innerhalb des Displays gewohnt übersichtlich platziert.

Die Menüführung wurde im Vergleich zum alten Stinger ein wenig abgeändert. Die wichtigen Menüpunkte lassen sich aber nach kurzer Zeit einfach finden: Nach meinem Dafürhalten lassen sich die wichtigsten Elemente sogar leichter finden, obwohl ein weiteres Instrument – der Kompass – als Bedienelement untergebracht werden musste.

Was positiv auffiel: Wer möchte, kann sehr viel manuell konfigurieren. Unter anderem auch die Intervalle des Logbuchspeichers. Das kürzeste Messintervall liegt dann bei 20s. Man kann aber davon ausgehen, dass die kurzen Intervalle zu Lasten der Batteriedauer gehen, die generell auf 1,5 Jahre angegeben ist.

Auch kann zwischen metrischem und angelsächsischen Maßangaben gewechselt werden.

Ein kleines Manko: Was Sender bzw. der SUUNTO D6 Novo nicht mögen, ist das wiederholte Auf- und Zusperren der Tauchflasche. Mir ist es zweimal passiert, dass der Computer das Signal zum Sender verloren hat. In Anbetracht der Tatsache, dass ich kein analoges Backup in Form eines klassischen Finimeters hatte, brach mir kurz vor Beginn des Tauchgangs der sprichwörtliche Schweiß aus, als ich erneut die Tauchflasche öffnete und feststellen musste, was es mit der Fehlermeldung „no connection“ auf sich hatte. Beim ersten Mal ließ sich das Problem nicht durch Annäherung des Tauchcomputers an den Sender beim gleichzeitiger Atmung durch die erste Stufe lösen.

Im Einstellungsmenü musste ich dann manuell den Code löschen und erneut die Verbindung herstellen.

Kein Problem, es hat direkt funktioniert und ich konnte ohne Einschränkungen tauchen. Das zweite Mal konnte das Problem entsprechend des Standardprozederes gelöst werden. Bei allen weiteren Tauchgängen ist der Fehler nicht mehr aufgetreten.

Generell werde ich den Finimeter wieder als Backup montieren.

 

Amüsante Anekdote

Während ich den neuen Tauchcomputer im Test einsetzte, versagte der gute alte Stinger mir den Dienst. Würde ich es nicht besser wissen, ich würde sagen, er war eingeschnappt. Was war passiert? Da ich mich selbst nicht von dem formschönen Tauchcomputer auch während des Tauchgangs trennen wollte, setzte ich diesen kurzerhand als Backup-Computer ein. Fühlte sich ein wenig nach Luxus an..

Im Laufe des Tauchgangs war ich zunächst auf den Tauchcomputer an meinem linken Arm fokussiert. Als ich dann zum Stinger wechselte, zeigte der mir den normalen Uhrzeitmodus an. Seltsam: Ich hatte vor dem Urlaub noch die Batterien gewechselt und dann versagt er so einfach den Dienst? Unter Wasser kam mir nicht der Gedanke, den Tauchmodus manuell aufzurufen. Das hätte wahrscheinlich das Problem gelöst.

 

Fazit


Solider Tauchcomputer, der bei der kleinen Größe natürlich nicht so viel Schnickschnack bieten kann wie ein großes Modell: Der SUUNTO D6 Novo ist wie auch seine Vorgänge aus "grauer Vorzeit" auf das Wichtigste reduziert und diese elementaren Funktionen sind übersichtlich angeordnet.

Er funktioniert einfach und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk und liefert Dank der Luftintegration noch genauere Daten als es der Stinger vorher schon getan hat. Mir fiel auf, dass der Stinger ein wenig konservativer war beim Berechnen der Nullzeiten, was sich wahrscheinlich auf den gemessenen Luftverbrauch und die damit einhergehende Berechnung zurückführen lässt.

Das Design finde ich gelungen. Insbesondere Das Armband gefällt mir besonders gut. Ich hoffe, dass es genauso robust ist wie die Kautschukvariante. Nach 20 Tauchgängen mit dem SUUNTO D6 Novo Stealth Zulu zeigen sich zumindest noch keine Abnutzungserscheinungen.

Weitere Informationen findet Ihr auch unter www.suunto.com

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